"Der Baum symbolisiert die kommunale Daseinsfürsorge für die Bürger und Bürgerinnen, wie auch Gemeinwesen und Sozialität."

Ein Apfelbaum mit zum Teil geernteten Früchten - diese Metapher spiegelt die Arbeit der Kommune in der früher Bildung in Saarbrücken wider. Warum?

Der Baum symbolisiert die kommunale Daseinsfürsorge für die Bürger und Bürgerinnen, wie auch Gemeinwesen und Sozialität. Die Früchte, hier Äpfel, sind Angebote der Prävention in diesen Gemeinwesen. Manche Äpfel liegen schon im Korb, andere müssen noch darauf aufmerksam gemacht werden, dass es noch viele andere Äpfel oder auch Angebote gibt, die es im Sinne einer funktionierenden Präventionskette zu vernetzen und abzustimmen gilt.

 

Bitte stellen Sie Ihre Modellkommune kurz vor – welche Akteure, Organisationen und Institutionen sind beteiligt und was sind die Kernarbeitsbereiche?

Der Regionalverband Saarbrücken (RVS) entspricht in weiten Teilen dem einen herkömmlichen Landkreis mit insgesamt zehn angehörigen Städte und Gemeinden und einer Gesamtbevölkerungszahl von dato ca. 329.365 Menschen. Das Jugendamt nimmt in dem Verband die Aufgaben und Pflichten des SGB VIII wahr und unternimmt viele Anstrengungen - hier auch im Kontext von QVO- die Folgen von Kinderarmut aufzufangen bzw. abzufedern. Gerade in der Altersspanne zwischen 0-6 Jahren werden die Weichen für ein gelingendes Aufwachsen, und eine zukünftige starke, selbstbewusste Persönlichkeit gelegt. Dies geschieht wesentlich in einer funktionierenden Präventionskette im Sozialraum. Alle relevanten Akteure vor Ort sind eingeladen, diesen Prozess auf Augenhöhe zu gestalten und zu verstetigen. Das operative Projektteam QVO besteht aus Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Jugendhilfeplanung, der frühen Förderung und Bildung und den Frühen Hilfen des Jugendamtes.

 

Wer davon gehört zu den festen Mitgliedern in Ihrem Steuerungsgremium?

Das Steuerungsgremium besteht aus der Abteilungsleitung der Jugendhilfeplanung, bei Bedarf auch Konsultierung der Jugendamtsleiterin, respektive Vertreter. Vom Gesundheitsamt des RVS sind in der Regel die Abteilungsleiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes, wie auch die dortige Ansprechpartnerin für die Frühen Hilfe vertreten.

Je nach Themengewichtung und Expertise können auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Vorschulentwicklungsplanung und Kindertagespflege zu Rate gezogen werden.

Das Steuerungsgremium ist eine Erweiterung der operativen Projektgruppe, also zwei Personen aus der Jugendhilfeplanung und eine Mitarbeiterin aus den Frühen Hilfen des Jugendamtes. Ein ausführlicher gegenseitiger kommunikativer Beratungs- und Entscheidungsprozess ist gewährleistet und funktioniert gut.

 

Wie viele Einwohner leben in Ihrer Kommune und wie viele Kinder sind zwischen 0 und 10 Jahren?

Die Zahlen in dem konkret nachgefragten Altersrange null bis zehn liegen der Jugendhilfeplanung zurzeit nicht detailliert vor. Die Gesamtbevölkerungszahl im RVS beläuft sich dato auf ca. 329.365 Menschen. Nach dem Sozialbericht 2016 des RVS sind insgesamt 11.524 Minderjährige im RVS Empfänger von Sozialgeld oder Hartz IV. So erhält fast jedes vierte Kind im RVS Sozialgeld; das entspricht 24,9 Prozent-Anteil an der entsprechenden Altersgruppe der Bevölkerung. Dieses Verhältnis macht noch einmal die Dringlichkeit und gebotene Notwendigkeit einer funktionierenden Präventionskette deutlich.

 

Warum haben Sie sich für das Programm Qualität vor Ort beworben und welche Ziele verfolgen Sie?

Grundsätzlich ist die freie Projektförderung in der Jugendhilfeplanung an solchen wertvollen Projekten wie QVO- interessiert. Die stark an der Praxis und Netzwerkbildung ausgelegten Charakteristika dieses Bundesprogramms haben den Ausschlag für eine Bewerbung gegeben. Die Soziale Arbeit in der Jugendhilfe wird durch Projekte wie QVO oder auch z.B. durch die Anschwung-Initative U 3 operativ, wie auch strategisch befördert und sind wichtige Bausteine beim kontinuierlich und flächendeckend Ausbau, der im Sozialraum zu gestaltenden Prävention.

 

Wie arbeiten Sie als Modellkommune?

Wir arbeiten mit unseren Präventions-Matrixen sukzessive. Idealtypisch wäre das Ziel, wenn jede Gemeinde und Stadt des RVS über eine solche Matrix zur Stärkung der Prävention verfügen würde. Begonnen haben wir mit der Stadt Völklingen als Kickoff. Aus dem Workshop erhoffen wir uns viele Impulse wie auch Hinweise auf Verbesserung der Qualität der Matrix. So werden wir diese „Dienstleistung“ in die Fläche tragen bei gleichzeitiger Rückmeldung über qualitative Aspekte unserer bisherigen Arbeit. Diese jeweilige Betrachtung der Präventionskette, die Darstellung der Angebote, sowie die Neubewertung der Präventionskette erfolgt unter den grundsätzlichen Fragen: „Kann jedes Kind in jeder Lebenslage ein passendes (kleinräumliches) Angebot finden?“ und „Wie können Lücken in der Präventionskette geschlossen werden“ bzw. „Bietet sich eine andere Allokation der Angebotsressourcen an?“

 

Was war ein bisheriger Höhepunkt der Arbeit oder ein besonderer AHA-Moment?

Ein AHA-Moment war auf jeden Fall die Erkenntnis, wie viele Angebote es vor Ort gibt. Zu nennen sind formal institutionelle, niedrigschwellige, aber auch Angebote, die auf reine einzelne Privatinitiativen zurückzuführen sind.

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