"Erstklassige Angebote sind nur gemeinsam im Netzwerk realisierbar."

 

Ein Pokal – diese Metapher spiegelt die Arbeit in der frühen Bildung in der Region Hannover wider. Warum? 

 

Die Region Hannover möchte im Bereich frühe Hilfen erstklassige Angebote für Familien und Fachkräfte anbieten – der Pokal symbolisiert diese Erstklassigkeit. Schon vor 2012 wurden Strategien entwickelt, um Familien so früh wie möglich Unterstützung anbieten zu können. Erstklassige Angebote sind nur gemeinsam im Netzwerk – als Mannschaftsleistung –durch gelingende Kooperationen realisierbar. Darin möchten wir immer besser werden.

Unterstützung und Förderung für Kinder und deren Eltern sowie eine förderliche Infrastruktur sollen zukünftig besser ineinandergreifen, somit steigen die Chancen für ein gelingendes Aufwachsen für Kinder durch bessere Bildungs-, Gesundheits- und Teilhabechancen. Dazu ist einerseits eine Strategie (kommunale Präventionsstrategie) notwendig, andererseits ein abgestimmtes Handeln der unterschiedlichen Akteure (Netzwerkarbeit).

 

Bitte stellen Sie Ihre Modellkommune kurz vor – welche Akteure, Organisationen und Institutionen sind beteiligt und was sind die Kernarbeitsbereiche? 

 

Die Region Hannover ist eine Gebietskörperschaft für 21 Kommunen. Sie ist Jugendhilfeträgerin (Fachbereich Jugend) für 16 der 21 Kommunen und Sozialhilfeträgerin (Fachbereich Soziales) für alle 21 Kommunen. Neben dem Auf- und Ausbau von interdisziplinären Netzwerken und der Etablierung von kommunalen Präventionsstrategien arbeitet die Region an einem verwaltungsinternen Projekt, an dem die beiden Fachbereiche Jugend und Soziales mit folgenden Teams bzw. Fachdiensten beteiligt sind:

 

Koordinierungszentrum Frühe Hilfen - Frühe Chancen

Jugendhilfeplanung, Tagesbetreuung für Kinder

Eingliederungshilfe §35a

Familien- und Erziehungsberatungsstelle

Sozialpädiatrie und der ASD (alle Fachbereich Jugend)

Team Leistungen der Hilfe zur Pflege

Hilfe zur Pflege - Beratung & Planung

Leistungen Eingliederungshilfe Nord

sozialpsychiatrische Dienst

Team Sozialmedizin & Teilhabeplanung (Fachbereich Soziales) 

 

Wer davon gehört zu den festen Mitgliedern in Ihrem Steuerungsgremium? 

 

Jeweils eine Vertreterin oder ein Vertreter aus den Bereichen Koordinierungszentrum Frühe Hilfen - Frühe Chancen, Jugendhilfeplanung, Tagesbetreuung für Kinder, EGH §35a, ASD, Leistungen Hilfe zur Pflege, Hilfe zur Pflege - Beratung & Planung, Leistungen Eingliederungshilfe Nord, Sozialmedizin & Teilhabeplanung bilden ein Netzwerk auf operativer Ebene mit dem Ziel, Lösungsstrategien und Konzepte zu entwickeln.

Ein weiteres Steuergremium ist die Lenkungsgruppe auf strategischer Ebene, daran sind die Sozialplanung und die Teamleitungen der einzelnen Teams beteiligt. Hier fließen die erarbeiteten Lösungsstrategien bzw. Konzepte ein und werden im Idealfall strategisch in der Region Hannover implementiert. 

 

Wie viele Einwohner leben in Ihrer Kommune und wie viele Kinder sind unter zehn Jahren? 

 

In der Region Hannover leben 1.171.052 Menschen. Davon sind etwa 97.538 Kinder zwischen null und zehn Jahre alt. 

 

Warum haben Sie sich für das Programm Qualität vor Ort beworben und welche Ziele verfolgen Sie? 

 

Mit dem Programm wollen wir einen weiteren Schritt in der frühen Unterstützung von Kindern und Familien machen. Wir möchten Funktions- und Hierarchiebarrieren und die daraus resultierenden funktionalen Inseln zwischen den Fachbereichen innerhalb der Verwaltung identifizieren und sinnvolle Verbindungen und Kooperationen anregen. Die Prämisse lautet dabei: Vom Kind aus denken.

Mit dem Projekt möchte die Region in einem Teilbereich der Region (Region Nord-West) sinnvolle Kooperationen zwischen den vielen Fachdiensten anregen, die mit dem Thema Eingliederungshilfe für Kinder befasst sind, damit betroffene Kinder und deren Eltern schnelle Unterstützung bekommen können.

Ein Leitziel lautet: Unterstützungsangebote für Kinder und betroffene Eltern sind besser aufeinander abgestimmt und greifen ineinander. Dadurch bekommen Eltern fachbereichsübergreifend umfassende Unterstützung und sie werden über Angebote und Leistungen der Eingliederungshilfe durch alle Dienste und Anlaufstellen optimal beraten. 

 

Wie arbeiten Sie als Modellkommune? 

 

Wir arbeiten auf zwei Ebenen:

Eine strategische Ebene, die durch die Sozialplanung koordiniert wird und mit Teamleitungen besetzt ist. Und auf einer operativen Ebene, auf der sich eine Arbeitsgruppe mit den wichtigsten Akteuren gebildet hat, die inhaltlich arbeitet. Sie trifft sich alle sechs Wochen zu einer dreistündigen Arbeitssitzung.

Zusätzlich wurde bereits ein ganztägiger Workshop mit einem erweiterten Akteurskreis durchgeführt, um an einer Problemdefinition zu arbeiten.

Wichtig ist uns, dass wir ebenfalls eng mit den Netzwerken früher Hilfen in den Kommunen zusammenarbeiten. 

 

Was war ein bisheriger Höhepunkt der Arbeit oder ein besonderer AHA-Moment?  

 

Ein besonderer AHA Moment für die AG war der ganztägige Workshop. Mit der VIRTUS-Methode wurden zunächst die einzelnen Fachdienste durch deren Vertreterinnen mit unterschiedlichen Materialien aufgestellt (ähnlich einer Aufstellung auf einem Familienbrett) und danach erläutert. Durch dieses Vorgehen wurden selbst langjährigen Mitarbeiterinnen die Arbeitsweise der unterschiedlichen Teams teilweise erstmals deutlich. Diese Phase der Methode hat die Vernetzung der Fachkräfte unterstützt.

In einer zweiten Phase wurde durch die Methode der teilweise schwierige und undurchsichtige Weg, Hilfe für Kinder und Eltern zu bekommen, sichtbar. Anhand der Aufstellung konnte an unterschiedlichen Lösungen gearbeitet werden.

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