Rückblick: Fachtag "Kindertagespflege - Starker Bildungspartner für Familien und Jugendämter"

 

 

 

Am 8. Dezember, dem Tag der Bildung fand im Rahmen des Programmes Qualität vor Ort der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung ein Fachtag zur Kindertagespflege im Kulturbahnhof Kassel statt. Das Datum war ganz bewusst gewählt, denn die Kindertagespflege ist ein wichtiger Bildungspartner insbesondere in den ersten drei Lebensjahren von Kindern.  

Etwa die Hälfte der rund 70 Teilnehmer und Teilnehmerinnen waren Tageseltern aus der Praxis, die andere Hälfte stammte aus Vereinen und Verwaltungen wie dem Jugendamt. „Wir haben hier so viel Wissen und so viel Erfahrung im Raum. Davon können alle nur profitieren“, sagte Valeska Pannier, Leiterin des Programms Qualität vor Ort und Moderatorin des Fachtags, die alle Anwesenden im Laufe des Tages immer wieder dazu animierte, sich in kleinen Gruppen über ihre Erfahrungen auszutauschen und sich zu vernetzen – ein Angebot, das alle gerne nutzten. 

 

Das Gehirn von Kindern & Alltagsbildung: Impulsvorträge zum Start in den Fachtag 

 

Was passiert eigentlich im Gehirn von kleinen Kindern? Dieser Frage widmete sich Dr. Nora Maria Raschle, Neurowissenschaftlerin der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel und verdeutlichte, dass die Hirnentwicklung in den ersten Lebensjahren unvergleichbar hoch ist. Die Umgebung hat trotz gewisser genetischer Determinierung einen extrem starken Einfluss auf die frühe Entwicklung des Gehirns. Dabei ist eine enge und sichere Bindung zwischen Betreuungsperson und Kind in den ersten Lebensjahren von zentraler Bedeutung. Neben wissenschaftlich fundiertem Wissen lockerte Dr. Raschle ihren Input mit witzigen und interessanten Fakten auf. So fühlt sich das Gehirn "wie eine reife Avocado" an, besteht zu 73 Prozent aus Wasser und wiegt etwas mehr als ein Kilo. Der Input verdeutlichte die große Wertschätzung der Arbeit von Kindertagespflegepersonen und zeigt zudem Potenziale dieses Bildungsangebots auf. 

 

Im nachfolgenden Vortrag von Frau Dr. Eveline Gerszonowisz, Referentin im Bundesverband für Kindertagespflege, stand der Lernort Kindertagespflege im Mittelpunkt. Kindertagespflege ist erfahrungsbasiert, lebensweltnah und situativ und unterstützt dadurch die für die Entwicklung des Kindes wichtige Alltagsbildung. Dabei bietet sie ein häusliches Umfeld mit differenzierter Anregungsvielfalt und die Kinder lernen mit alltäglichen Herausforderungen umzugehen. Woher kommt das Essen und wie wird es zubereitet? Wie werden zum Beispiel Haustiere und Pflanzen gepflegt? „Kinder möchten beteiligt werden. Damit fühlen sie sich ernst genommen und erleben die Wirksamkeit ihres Tuns“, so Dr. Eveline Gerszonowicz. „Beteiligung ist ein wichtiges Element zur Entwicklung des Selbstbewusstseins.“  

 

Großtagespflege, Nachwuchsmangel & Rechtsanspruch: Praxisimpulse in Diskussionsforen 

 

In einer Podiumsdiskussion tauschten sich Vertretungen aus Praxis, Verwaltung und Eltern darüber aus, wie das Potenzial der Kindertagespflege gemeinsam genutzt werden kann. Dabei wurde deutlich, wie wichtig Kooperation zwischen den verschiedenen Parteien ist. Aber auch der Wunsch, Berührungsängste zwischen dem Jugendamt und der Praxis abzubauen, wurde in der Diskussion aufgegriffen. Einig waren sich alle bei den Fakten, dass gute Vernetzung und Kommunikation auf Augenhöhe wichtig sind. 

In verschiedenen Diskussionsforen mit Impulsen aus der Praxis hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich speziellen Themen und Herausforderungen zu nähern. Dabei ging es unter anderem um den Trend der Großtagespflege, Rechtsanspruch und Wahlrecht, Nachwuchsmangel und Ideen zur Akquise sowie kindgerechte Vertretungsregelungen. Im Mittelpunkt standen aber auch immer wieder das Knüpfen neuer Kontakte sowie der Austausch über Hürden und gelingende Ansätze in der Praxis und Verwaltung. 

Der für alle inspirierende Tag endete mit lustigen Kurzgeschichten der Poetryslammerin Rita Apel. Begleitet wurde die Veranstaltung durch ein Graphic Recording.  

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