Rückblick auf den Bundekongress "Qualität in der frühen Bildung"

 

 

 

 

Am 3. und 4. Mai fand der Bundeskongress „Qualität in der frühen Bildung“ statt. Die rund 400 Teilnehmenden setzen sich aus ganz verschiedenen Bereichen zusammen: Vertreter aus der Kita-Praxis, der Kindertagespflege, Kommunalverwaltungen, der Wissenschaft, Trägern, Behörden, Ämtern und Verbänden kamen im Café Moskau in Berlin zusammen. Im Zentrum der zwei Kongresstage standen Austausch, Vernetzung und Weiterbildung. Sechs große Themenfelder strukturierten dabei das Programm: Qualität aus Kindersicht, Starke Partner für Familien, Rund ums Personal, Gesund im Beruf, Gut vernetzt im Sozialraum und Steuerungsfragen bei Trägern, in Kommunen, Ländern und dem Bund. Zudem gab es im Parallelprogramm die Möglichkeit die vielen Facetten früher Bildung kennen zu lernen und miteinander in den Austausch zu treten.

 

Qualität ist ein Prozess und entsteht gemeinsam

 

Eröffnet wurde der Bundeskongress von Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, Sandro Giuliani, Geschäftsführer der Jacobs Foundation, Valeska Pannier, Programmleiterin Qualität vor Ort und Sabine Gattermann aus der Qualität vor Ort-Modellkommune Norderstedt. Im Plenum begrüßten sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, erinnerten sich an ihre eigene Kita-Zeit und verdeutlichten die Wichtigkeit der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung. Auch die Frage danach, was eigentlich Qualität bedeutet, stimmte die Teilnehmenden auf zwei spannende und abwechslungseiche Kongresstage ein. „Qualität entsteht durch das miteinander Sprechen und gemeinsam arbeiten“, so Valeska Pannier. Den passenden Rahmen dafür lieferte das Angebot an Workshops, Vorträgen und Arbeitsphasen auf dem Kongress. Dr. Heike Kahl verdeutlichte zudem noch einmal, dass Qualität kein statischer Begriff ist: „Qualität ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Alle müssen anpacken.“ Das Thema ‚gemeinsam an der frühen Bildung arbeiten‘, griff auch Caren Marks, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in ihrem Grußwort am zweiten Kongresstag auf: „Wir müssen alle weiter gemeinsam an einem Strang ziehen, damit alle Talente entdeckt und gefördert werden.“

 

Die Kindersicht als roter Faden

 

Doch was ist eigentlich Qualität für Kinder und was wünschen sie sich? Die Kindersicht fand sich an vielen Stellen des Bundeskongresses wieder und zog sich wie ein roter Faden durch die zwei Tage. So wurden die Teilnehmenden zu Beginn durch Kinderstimmen begrüßt, die aus ihrem Kita-Alltag berichteten und auch am Ende des Kongresses via Audio verabschiedet. An verschiedenen Orten in der Location waren Virtual Reality Stationen aufgebaut, an denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit hatten, die Welt durch Kinderaugen zu sehen. Prof. Dr. Nentwig-Gesemann stellte zudem die Ergebnisse und Implikationen der aktuellen Studie Qualität aus Kindersicht vor. Außerdem hatten die Teilnehmenden erstmals die Möglichkeit einen Blick in die gerade erschiene Publikation der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung „Was Kinder und wollen – und warum wir darauf hören sollten“ zu werfen. Aufbauend auf die Ergebnisse der Studie enthält das Buch Argumente und Anregungen für eine kindorientierte frühe Bildung. So waren Kinder zwar nicht physisch auf der Veranstaltung anwesend, ihre Sicht und ihre Ansprüche an Kindertagesbetreuung und Kindertagespflege waren jedoch allgegenwärtig.

 

Vielfältige Workshops und Kongress-Poesie

 

In insgesamt vier Arbeitsphasen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit sich weiterzubilden, gemeinsam zu arbeiten, sich zu vernetzen und in den Austausch zu kommen, zu diskutieren und voneinander zu lernen. Die Themen der Workshops und Vorträge waren vielfältig. So sprach Prof. Dr. Fthenakis über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in der frühen Bildung. Dabei gilt es, die analoge und digitale Welt miteinander zu verbinden, um die Chancen für Kinder zu sichern. Seine Bildungsvision schließt neben Kreativität, Werteorientierung und Entdeckungsfreudigkeit auch digitale Kompetenzen ein.

 

Die Preisträger und Finalisten des am Vorabend verliehenen Deutschen Kita-Preises waren ebenfalls auf der Veranstaltung vertreten und standen für Fragen und Austausch bereit. Verschiedenen Modellkommunen und Netzwerke aus dem Programm Qualität vor Ort stellten ihre Prozesse vor und gaben ihre Erfahrungen an die Teilnehmenden weiter. Es wurde diskutiert wie multiprofessionelle Teams aussehen können, aktuelle Studien zu Gesundheit am Arbeitsplatz vorgestellt und das Schreiben von Texten für die Elternansprache geübt. Im Impulsvortrag von Prof. Dr. Jutta Allmendinger standen vor allem die Themen Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit im Vordergrund und wie frühe Bildung dazu beitragen kann. Auch hier nutzen die Teilnehmerinnen im Anschluss die Gelegenheit für Nachfragen.

 

Der zweite Kongresstag startete auf außergewöhnliche Art und Weise: der Poetry Slammer Lars Ruppel stimmte die Teilnehmenden auf den Tag ein und hatte sogar ein eignes Gedicht über die Veranstaltung vorbereitet. Eine andere Perspektive auf die Arbeit in der frühen Bildung zeigte zum Abschluss Prof. Dr. Jutta Rump auf: Sie warf einen Blick in die Zukunft und verdeutlichte, welche gesellschaftlichen Entwicklungen die Akteure und Akteurinnen erwarten. Auf diese Veränderungen gilt es, Kinder vorzubereiten und ihre Stärken schon früh zu fördern – Kindertagesbetreuung und Kindertagespflege spielen also eine große Rolle für die Gesellschaft von morgen.

 

Mit Schwung nach Hause fahren

 

An den zwei Kongresstagen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer viel für ihre Arbeit vor Ort mitnehmen. „Endlich kann ich meiner Fachberatung etwas Konkretes an die Hand geben. Ich bin begeistert.“, freut sich eine Teilnehmerin. Damit ist sie nicht allein – viele Ideen wurden gewonnen, Pläne geschmiedet und die Vernetzung vorangetrieben. „Heute ist nicht das Ende, sondern der Anfang eines Qualitätsprozesses in Deutschland.“, hatte es Sandro Guiliani schon zu Beginn des Bundeskongresses treffend formuliert.

 

 

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