Qualität dank gesunder Fachkräfte

Knapp 70 Akteurinnen und Akteure aus dem frühkindlichen Bereich diskutierten am 6. Oktober in Saarbrücken darüber, welchen Einfluss die Gesundheit des Kita-Personals auf die Betreuungsqualität hat.

Kitas und Kindertagespflege im Spannungsfeld zwischen An- und Überforderung – unter diesem Motto hatte das Programm Qualität vor Ort Kita-Fachkräfte, Fachberatungen sowie Mitarbeitende von Trägern, aus Verwaltung und Politik am 6. Oktober nach Saarbrücken eingeladen. Rund 70 Teilnehmende waren gekommen, um darüber zu diskutieren, wie die Qualität in der frühen Bildung von der Gesundheit der Fachkräfte abhängt und welche Maßnahmen dafür sorgen können, dass Erzieherinnen und Erzieher stark, leistungsfähig und gesund arbeiten können.

 

Der Einladung zum Qualitätsdialog waren auch Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Eva Hammes-Di Bernardo, Referentin für frühkindliche Bildung und Betreuung im Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes, gefolgt. Sie eröffneten die Veranstaltung mit Grußworten.

 

Elke Ferner betonte dabei die Wichtigkeit von frühkindlichen Bildungsangeboten – auch als Investitionen, um wirkliche Chancengleichheit zu ermöglichen. Eine gute Qualität der Angebote sei dafür allerdings die Voraussetzung.

 

Eva Hammes-Di Bernardo fügte in ihren Eröffnungsworten hinzu: „Es gibt immer eine Möglichkeit sich mit Ressourcen, die man hat, weiterzuentwickeln“. Sie ermutigte die Anwesenden, ihre Qualitätsentwicklungsprozesse weiterzuführen und sich nicht von schwierigen Rahmenbedingungen entmutigen zu lassen.

 

Anschließend stiegen die Teilnehmenden in das Thema Gesundheitsförderung von Erzieherinnen und Erziehern ein. Den thematischen Input dazu lieferte der Diplom-Psychologe Alexander Nowak. Er sprach über die Auswirkungen, die Anforderungen sowie Überforderungen auf die Gesundheit der Beschäftigten in Kitas und Kindertagespflege haben und betonte dabei: „Gesunde Mitarbeiter sind eine Voraussetzung für den Erfolg der Kita bzw. der Qualität in der Kindertagespflege“. Ebenso trägt aber auch eine gute Bildungs- Betreuungs- und Erziehungsqualität zum Wohlbefinden von Fachkräften bei. Qualität und Gesundheit bedingen sich gegenseitig, so Alexander Nowak. Dennoch warnt er davor, Erzieherinnen und Erzieher auf dem Weg hin zu immer mehr Qualitätssteigerungen zu überlasten. Dies sei der Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und als Folge auch der tatsächlichen Betreuungsqualität abträglich.

 

In den anschließenden Workshops hatten die Anwesenden die Zeit, sich über ihre persönlichen Belastungssituationen im Arbeitsalltag klar zu werden und mit Hilfe der anderen Teilnehmenden Lösungsstrategien zu entwickeln. Unterstützt wurden sie dabei von erfahrenen Referentinnen und Referenten, die zu den Themen Selbstfürsorge und Entspannungstechniken und zur sinnvollen Gestaltung von Grenzen in der täglichen Arbeit mit den Fachkräften arbeiteten.

 

„In Zukunft werde ich eine große Aufgabe erledigen und nicht alles gleichzeitig“, resümiert eine Teilnehmerin am Ende der Veranstaltung. Und auch die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind zufrieden: Die verschiedenen Fachkräfte konnten voneinander lernen und wollen zukünftig eine „Kultur der Selbstfürsorge“ in ihren Arbeitsalltag integrieren. Gleichzeitig fanden die Anregungen, aber auch die Kritik der Fachkräfte bei den anwesenden Trägern und der Leitungen Gehör. Ihr Bewusstsein über die Wichtigkeit von gesunden und starken Fachkräften für gute Kita-Qualität ist noch einmal gestärkt worden.

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