Gemeinsam mehr erreichen

Unter diesem Motto trafen sich Vertretungen von Eltern- und Familienverbänden am 24. September zum Fachtag in Hannover.

„Wir wollen im Qualitätsprozess auch die Stimmen der Familien und Eltern sichtbar machen“ – so eröffnete Valeska Pannier von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung am 24. September den Fachtag „Gemeinsam mehr erreichen – Eltern gewinnen und ihre Anliegen stark machen“ im Stephanstift in Hannover. Das Programm Qualität vor Ort hatte Vertreterinnen und Vertreter von Eltern- und Familienverbänden eingeladen, sich gemeinsam zu der Frage auszutauschen, wie Mütter und Väter in die Qualitätsprozesse in der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung eingebunden werden können. Rund 35 Teilnehmende waren angereist und freuten sich über die Gelegenheit, sich auch untereinander kennenlernen zu können.

 

„Ich freue mich auf viele neue Gesichter und darauf zu sehen, wie wir unser gemeinsames Anliegen nach vorne bringen“, sagte der Sprecher der Bundeselternvertretung der Kinder in Kindertageseinrichtungen (BEVKI), Norman Heise, im Auftaktinterview.

 

Wie mache ich die Anliegen von Eltern und Familien bei Politikern stark? Und wie gewinne ich noch mehr Mütter und Väter für meine Ideen? Ganz klar: Mit guter Kommunikation. Und so hielt das Programm des Fachtags drei Vorträge rund um gutes Kommunizieren bereit.

 

Fakten in der richtigen Verpackung

Der ehemalige Radio-Programmchef Bert Helbig startete den Tag mit einem abwechslungsreichen Vortrag dazu, wie man die Techniken der Radio- und Medienmacher nutzen kann, um auch politische oder gesellschaftliche Interessen gut zu kommunizieren. Er riet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen guten Mix aus Fakten und Emotionen zu nutzen, um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen. Nur, wenn auch die Verpackung der Fakten stimme, könne man Menschen von den eigenen Ideen überzeugen. Dabei darf man die Zielgruppe der Ansprache jedoch nie aus den Augen verlieren.

 

Wie ticken Eltern?

Um diese Zielgruppe näher zu definieren, tauschten sich die teilnehmenden Vertreterinnen und Vertreter der Elterninitiativen anschließend an Thementischen aus. Wie tickt die Zielgruppe Eltern eigentlich? In der Diskussion war schnell klar: Eltern sind ganz verschieden, haben verschiedene Bedürfnisse und müssen deshalb auch ganz unterschiedlich angesprochen werden.

Anja Constance Gaca und Christian Gaca sind echte Profis, wenn es um die Ansprache von Eltern geht. Die beiden sind Autoren des Blogs www.vonguteneltern.de, der an Spitzentagen von bis zu 50.000 Menschen aufgerufen wird. Sie berichten im Internet über ihr Leben mit Kindern, über die kleinen Herausforderungen im Alltag, aber auch über das Thema Fremdbetreuung von Kindern, zum Beispiel in Kitas. Dabei bieten sie anderen Müttern und Vätern ganz nebenbei eine Orientierungshilfe für den Alltag mit Kindern. Während ihres Vortrags auf der Veranstaltung betonen die beiden jedoch, dass es bei aller Hilfestellung nie darum gehen kann, Eltern zu entmündigen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie mit ihren Kindern umgehen sollen. Eltern müssen selbst Experten bleiben, sagte Anja Constance Gaca auf der Bühne.

 

Kommunikation als Schlüssel für erfolgreiche Lobbyarbeit

Und wenn man es nun schafft, die Interessen von Eltern abzufragen und zu bündeln – wie erreicht man es, dass man auch auf der Ebene Gehör findet, die am Ende die Entscheidungen über Kita- und Familienpolitik fällt? Zu dieser Frage sprach abschließend Dr. Sandra Busch-Janser von polisphere e.V. Sie verriet die Tipps, die in der Ansprache von Politikern funktionieren können. Die anwesenden Eltern- und Familienvertreter sahen sich nach ihrem Vortrag vor allem bestätigt – vieles machen sie in ihrer Verbandarbeit schon genau richtig.

 

Gemeinsam kann man mehr erreichen – so lautete das Fazit nach der Veranstaltung. Und so unterschiedlich die Mütter und Väter in Deutschland auch sein mögen, sie alle handeln doch vor allem im Interesse ihrer Kinder.    

 

Handouts zu den Vorträgen der Veranstaltung

 

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