Fachkräfte im Rampenlicht

Beim ersten Qualitätsdialog in Schleswig-Holstein stehen die Bedürfnisse von Erzieherinnen und Kita-Leitungen im Fokus.

Ganz schön beeindruckend! Der Zuschauerraum der Kieler Oper ist zwar leer, trotzdem ist es ein ungewohntes Gefühl für die Kita-Fachkräfte und Tagespflegepersonen, plötzlich auf der großen Bühne zu stehen. Aber genau dort wollte die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung sie haben. „Eine Bühne für die Fachkraft“ lautete das Motto des ersten Dialoges für gute Qualität in der frühen Bildung in Schleswig-Holstein.

 

Rund achtzig Expertinnen und Experten aus Kitas und Kindertagespflegestellen, aus Politik, Verwaltung und von Trägern waren am 1. März im Opernhaus zusammengekommen, um sich über drängende Fragen der Qualitätsentwicklung in Kindertageseinrichtungen auszutauschen. Was ermöglicht gutes Arbeiten in einer Kinderkrippe? Und was muss eine pädagogische Fachkraft heute eigentlich alles können? Diese und andere Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung.

 

Doch bevor es in die Diskussion ging, hatten die Teilnehmenden der Veranstaltung die Möglichkeit, das Kieler Opernhaus einmal genauer kennen zu lernen. Bei einer Führung durch die Kulissen erfuhren die interessierten Fachkräfte vieles über den Alltag in einem Schauspielhaus. Bei einem Input von Cordula Engelbert, der Chefdramaturgin der Kieler Oper, konnten sogar Parallelen zur eigenen Arbeit gezogen werden. So erzählte sie zum Beispiel davon, dass es natürlich einfacher sei, mit einem großen Budget eine gute Aufführung auf die Beine zu stellen. Sie betonte jedoch auch, dass Geld hier nicht alles sei und Not im Zweifel erfinderisch mache. Große Zustimmung bekam sie auch für die Aussage, dass es bei einem Stück natürlich eine Vielzahl an Leuten gäbe, die zum Gelingen beitrügen. Genau wie in einer Kita müsse jeder Beteiligte seinen Teil zur Qualität des Ganzen beitragen.

Inspiriert von diesem Seitenblick stiegen die Teilnehmenden dann in den fachlichen Teil der Veranstaltung ein. Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer hatte die Patenschaft für den Dialog übernommen und betonte zu Beginn die Wichtigkeit von Qualitätsentwicklung in Kitas und Kindertagespflege: „Die ersten Lebensjahre eines Kindes sind entscheidend für seine weitere Entwicklung. Der Ausbau der Kindertagesbetreuung darf daher nicht zu Lasten der Qualität gehen.“

 

Im Laufe der Veranstaltung wurde dann schnell klar, pädagogische Fachkräfte sind sich weiterhin bewusst, dass ihr Beruf wichtig für die Zukunft der Gesellschaft ist. Und dieses Selbstbewusstsein tragen sie nach außen. Dennoch oder gerade deswegen spüren sie wachsende Ansprüche an ihre Arbeit – von außen durch Eltern oder Träger, aber auch durch sich selbst. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass Erzieherinnen und Tageseltern häufig krank würden und dann womöglich auch noch zur Arbeit kämen, um ihren Kolleginnen und Kollegen nicht zur Last zu fallen, sagte Beate Goffin vom Amt für Kinder- und Jugendeinrichtungen Kiel. Neben dem Thema Gesundheitsprävention sprachen die Teilnehmenden an Dialogtischen deshalb auch darüber, dass die Fachkraft-Kind-Relation in den Einrichtungen der Region verbessert werden müsste.

 

Am Ende gab es ein eindeutiges Stimmungsbild: Der kollegiale Austausch zwischen den Teilnehmerinnen wurde als sehr bereichernd empfunden. Gerade weil ihr Aufgabenfeld stets komplexer wird, ist es wichtig, gemeinsam Antworten zu finden und auch einmal eine andere Perspektive einzunehmen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Göttingen

28. April 2016

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