Frühe Bildung für die Zukunft

 

   

 

Lassen wir unseren Blick in die Zukunft schweifen, genauer gesagt ins Jahr 2044. Wie wird unsere Welt dann aussehen? Mensch und Maschine werden immer mehr miteinander verschmelzen, elektronisch gesteuerte künstliche Organe und Prothesen können hergestellt und transplantiert werden, Sensoren überwachen unseren Gesundheitszustand. Unsere Arbeitswelt wird definitiv eine andere sein, Roboter werden uns viele Tätigkeiten abnehmen und wir arbeiten flexibler, globaler und vernetzter als wir es heute tun. Wir werden immer älter und leben überwiegend in Städten. Das sind einige der Voraussagen, die Trendforscher schon jetzt für das Leben in 25 Jahren treffen können. Doch wie schnell die Entwicklungen vonstattengehen und welche ungeahnten Folgen die gegenwärtigen weltweiten Herausforderungen, wie die Klimaerwärmung, die Flüchtlingsströme und die fortschreitende Digitalisierung außerdem mit sich bringen werden, kann heute noch niemand mit Sicherheit sagen. Und doch müssen wir die Erwachsenen von morgen, also die Kinder, die jetzt geboren werden, auf diese Welt vorbereiten. Wie kann das gehen? Und wie beginnen wir damit schon in der frühen Bildung, also in Kitas und Tagespflegeeinrichtungen?

 

Der Blick in die Zukunft

 

Um diese großen und wichtigen Fragen gemeinsam mit Partnern, Expertinnen und Experten zu beantworten, hat die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) die Initiative 25next ins Leben gerufen. Als innovative Stiftung will sie ihren 25. Geburtstag im Jahr 2019 nicht zum Anlass nehmen, zurückzublicken, sondern will den Blick vorauswerfen ins Jahr 2044. Was müssen wir den Kindern und Jugendlichen heute mit auf den Weg geben, damit sie in dieser Welt nicht nur zu bestehen können, sondern ein gutes, erfülltes und selbstbestimmtes Leben führen?

 

Bei allen Zukunftsfragen lohnt sich bei der Definition von Bildung der Blick zurück. In die Welt, als das 18. ins 19. Jahrhundert überging und sich Wilhelm von Humboldt den Kopf über ein modernes Bildungsverständnis zerbrach. Er definierte Bildung schließlich als „die Anregung aller Kräfte des Menschen, damit diese sich über die Aneignung der Welt entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualität und Persönlichkeit führen“. Er ging damit damals schon sehr viel weiter als die meisten der gegenwärtigen Debatten in Medien, Bildungspolitik und Wirtschaft, in denen Bildung und Qualifizierung oft gleichsetzt wird, Bildung also nur einen Zweck hat: eine qualifizierte Arbeitskraft zu schaffen. Dabei ging es Humboldt mit seinem Bildungsideal jedoch vor allem um eins: um die Freiheit. Um eine Freiheit, in der sich der Mensch in der Wechselwirkung mit seiner Welt entfalten kann. An dieses Ideal knüpft die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung an, wenn sie nach einer zeitgemäßen Bildung fragt.

 

Auftakt der Zukunftsinitiative

 

Auftakt der Initiative bildete der Zukunftstag 2018 im Schloss Bellevue, zu dem die Schirmherrin der DKJS Elke Büdenbender 160 Bildungsexperten zu einer Reise in die Zukunft eingeladen hatte. In fünf Kurzimpulsen zeichneten Zukunftsforscher und Trendexperten aus unterschiedlichen Perspektiven ein Bild der Welt von morgen und diskutierten mit den Gästen. Da war von den gegenwärtigen weltweiten Veränderungen die Rede, vor denen wir momentan stehen. Aber auch davon, dass die Zukunft nicht etwas ist, das auf uns zurollt, das uns Angst bereitet und an dessen Herausforderungen wir uns und unsere Kinder bestmöglich anpassen müssen.

Bei aller Unterschiedlichkeit der eingeladenen Referentinnen und Referenten, waren sie sich darin einig: Wir Menschen können diese Zukunft mitbestimmen und die treibende Kraft in den Entwicklungen sein. Wir können entscheiden, wie wir die neuen Technologien und Möglichkeiten nutzen. Und wir haben vor allem die Aufgabe, unseren Kindern genau das zu vorzuleben und ihnen von Anfang an eine Bildung zu ermöglichen, die sie auf diese Zukunft bestmöglich vorbereitet. Dazu gehört, sie zu aktiven Gestaltern ihres Lebens und ihrer Zukunft zu machen. Dabei werden Kompetenzen wie Empathie, Offenheit, Kreativität, Flexibilität, Neugier und Mut eine immer größere Rolle spielen, wie eine Wörterwolke zeigte, in die alle Gäste im Schloss Bellevue ihre Vorstellungen der nötigen Fähigkeiten und Fertigkeit für die Zukunft einfließen lassen konnten. „Wir leiden heute unter den Folgen eines ziemlich verkürzten Bildungsbegriffs: Wir überhäufen unsere Kinder mit Fakten und Oberflächenkompetenzen und erlernbaren, Skills, die man auch schnell wieder verlernen kann. Dabei geht es doch eigentlich um die sogenannten Meta-Kompetenzen, also Kompetenzen, die es uns ermöglichen, uns mit Hilfe unseres inneren Kompasses auch durch höchst unsichere Zeiten zu navigieren“, sagte Hanno Burmester, Policy Fellow vom Progressiven Zentrum Berlin.

 

Die Diskussionen auf dem Zukunftstag haben gezeigt: Es braucht Mut und Zuversicht und ein Verständnis von Bildung, das an der Persönlichkeit des Einzelnen, an seinen Werten und seinem Potential zur Entfaltung ansetzt. Ganz im Humboldt’schen Sinne also.

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