Startschuss für
Qualität vor Ort

Was macht eigentlich gute Qualität in der Kindertagesbetreuung aus? Diese Frage diskutierten rund 50 Teilnehmende zum Auftakt des neuen Bundesprogramms Qualität vor Ort am 8. Dezember in Berlin.

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung hatte gemeinsam mit den Programmpartnern, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Jacobs Foundation, zum Programmauftakt ins Atrium der F.A.Z. eingeladen.

 

Gute frühe Bildung, Betreuung und Erziehung bilden das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft aller Kinder. Doch trotz großer Anstrengungen von Trägern und Fachkräften können laut NUBBEK-Studie nur rund zehn Prozent der Kitas und Kindertagespflegeangebote in Deutschland als qualitativ hochwertig bezeichnet werden. Die neue Initiative Qualität vor Ort will deshalb jetzt bundesweit engagierte Fachkräfte der Kindertagesbetreuung, Eltern, Trägervertretungen und Verwaltungsmitarbeitende zusammenbringen und sie bei der Umsetzung ihrer Qualitätsansprüche unterstützen.

 

„Das Thema Kitaqualität brennt uns auf den Nägeln“, betonte Bettina Bundszus vom BMFSFJ gleich zum Beginn der Veranstaltung in Berlin. „Kinder sind verschieden – ihre bestmögliche Förderung lässt sich deshalb nicht in Zuständigkeiten oder Kompetenzbereiche aufteilen. Qualität entsteht dort, wo Erzieher und Erzieherinnen, Träger und Jugendämter mit engagierten Eltern und Politikern an einem Strang ziehen“, betonte auch DKJS-Geschäftsführerin Dr. Heike Kahl.

 

In einer Podiumsdiskussion wurde deutlich: Es gibt viele Perspektiven, aus denen man das Thema Qualität in der frühen Bildung betrachten kann. Flexible Öffnungszeiten oder ein gesundes Mittagessen; ein freundliches Miteinander und schön gestaltete Räume, spezielle Förderangebote oder demokratische Strukturen – was genau macht eigentlich eine gute Kinderbetreuung aus? Darüber sprachen auf dem Podium Maria-Theresia Münch, Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V., Dr. Christa Preissing vom Berliner Kita-Institut für Qualitätsentwicklung, Erika Werner, KiTa gGmbH Trier, Steffen Schütze aus der Stadtverwaltung Aschersleben und Hamad Nasser vom Nachbarschaftszentrum Steinmetzstraße in Berlin.

 

In einem Punkt waren sich alle einig: Das Programm Qualität vor Ort muss nicht bei Null anfangen. Überall in Deutschland gibt es positive Beispiele von qualiativ hochwertigen Kindertageseinrichtungen und vor allem motivierte und engagierte Fachkräfte. Offen ließen die Teilnehmenden fürs Erste, ob die Entwicklung bundesweiter Qualitätsstandards machbar – und sinnvoll ist. Genau diese Unvoreingenommenheit ist eine der großen Chancen des Programms, fand Frau Münch vom Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V.. Wenn es gelingt, den Akteuren vor Ort zuzuhören, ohne ihnen von Anfang an etwas Vorgefertigtes hineinzugeben, kann eine wirkliche Entwicklung angestoßen werden.

 

In 50 Dialogveranstaltungen in ganz Deutschland identifizieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Programms gemeinsam mit Akteuren vor Ort die Baustellen, an denen in der frühen Bildung in Deutschland noch gearbeitet werden muss. Im zweiten Strang des Programms erhalten interessierte Netzwerke dann Unterstützung dabei, ihre Qualitätsansprüche vor Ort umzusetzen. Interessierte Kommunen können sich bereits jetzt bei einem der sechs Servicebüros melden. Im Frühjahr 2016 wird es eine formale Ausschreibung geben.

 

Der Startschuss zu Qualität vor Ort fiel im Rahmen des ersten Tages der Bildung, den die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und den SOS Kinderdörfern weltweit ausgerufen hat. Als alljährlicher Termin soll der 8. Dezember Aufmerksamkeit für das Thema Bildung erzeugen.

 

 

Tag der Bildung

So war der erste Tag der Bildung am 8. Dezember 2015

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