Ankommen im ländlichen Raum

Welche besonderen Chancen und Herausforderungen gibt es im ländlichen Raum bei der Integration geflüchteter Kinder und ihrer Familien? Beim Qualitätsdialog im niederbayerischen Deggendorf stand diese Frage zur Diskussion.

Unter den vielen Menschen, die aktuell auf der Suche nach Schutz und einer Heimat nach Deutschland kommen, sind auch zahlreiche Kinder. Um ihnen hier einen guten Start sowie beste Chancen für ihre weitere Entwicklung und spätere gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. Doch gerade im ländlichen Raum kann diese gemeinsame Integrationsaufgabe eine große Herausforderung darstellen.

 

Wie können Vielfalt und Integration unter den besonderen Bedingungen des ländlichen Raumes gestaltet werden? Wie kann auch hier eine aktive Einbindung aller Kinder und Familien gelingen? Um diese und andere Fragen gemeinsam zu besprechen, trafen sich am 26. Juli rund 50 Akteure der frühen Bildung im Stadthotel Deggendorf. Neben pädagogischen Fachkräften und Einrichtungsleitungen aus der Region, waren auch zahlreiche Verwaltungsmitarbeiterinnen und Verwaltungsmitarbeiter aus Niederbayern gekommen, um dieses wichtige Thema gemeinsam anzugehen.

 

Im Expertengespräch erläuterte Monika Beham, Leiterin der Kindertagesstätte Herz Mariä in Otzing, anhand einiger Beispiele, mit welchen Herausforderungen ankommende Familien, aber auch Akteure der frühen Bildung im ländlichen Raum konfrontiert sind. So ist zum Beispiel der öffentliche Nahverkehr oft nicht ausreichend ausgebaut, erzählt eine Teilnehmerin beim anschließenden Austausch: Frauen mit Fluchtgeschichte stehen hier teilweise vor dem Problem, dass sie ihre Kinder nicht so flexibel selbst betreuen können, wie es nötig wäre, da sie sonst den einzigen Bus zu ihrem Sprachkurs verpassen.

 

Generell stellen die weiten Wege auf dem Land eine Herausforderung dar. Eine gute Vernetzung der vorhandenen Angebote ist umso wichtiger, damit die Wege nicht doppelt gemacht werden müssen. In der Diskussion der Teilnehmenden wurde aber auch klar: Vieles läuft in Niederbayern schon sehr gut – der ländliche Raum kann zum Teil gar als Vorteil angesehen werden. So gebe es vielleicht nicht so viele Angebote für frühe Bildung, doch dadurch, dass sich in ländlichen Gebieten auch die Leute besser kennen, werden diese Angebote schnell überall bekannt gemacht und Wege effektiv verkürzt. 

 

Hilfreich war für die Anwesenden schließlich auch der Teil der Veranstaltung, der für aktive Vernetzung und kollegialen Austausch genutzt werden konnte. Die Chance, eigene Erfahrungen mit Kolleginnen und Kollegen aus der Region zu besprechen, wurde von den Teilnehmenden als positives Highlight angesehen und die Ergebnisse der Gespräche tragen sicher auch dazu bei, die Angebote für geflüchtete Familien in Niederbayern in Zukunft ein Stückchen effektiver zu gestalten.

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