Am wichtigsten sind die Erziehenden

TV-Moderator und Programmpate Christian Bahrmann spricht im Interview darüber, was für ihn eine gute Kita ausmacht.

Christian Bahrmann moderiert die Sendung "KiKaNiNCHEN" für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren.  Als Pate im Programm Qualität vor Ort setzt der Vater von drei Kindern sich für die Entwicklung und Sicherung guter Qualität in Kitas ein.

 

Ihre Sendung KiKANiNCHEN hat sich zu einem beliebten TV-Format entwickelt. Welche qualitativen Standards haben Sie bei der Vorbereitung der Sendung?

Der wichtigste Standard ist, dass die Kinder im Mittelpunkt stehen und ernst genommen werden. Wir wollen ihnen in der Sendung auf ehrliche Weise mit Rat und Tat zur Seite stehen, in jeder Lebenslage. Wir wollen den Kindern vermitteln, dass das Leben vielfältig ist.

 

Die Bedürfnisse der Kinder stehen für Sie demnach besonders im Fokus?

Absolut, KiKANiNCHEN ist ein Programm für Fernsehanfänger ab drei Jahren. Die Interaktion mit und zwischen den Kindern spielt dabei eine besondere Rolle. Für uns ist wichtig den Kindern beizubringen, wie man im Leben durch Beobachten und Zuhören lernen kann.

 

Der KiKa empfiehlt Kindern unter drei Jahren kein Fernsehen zu schauen. Womit haben sich Ihre Kinder in diesem Alter am liebsten beschäftigt?

Ich glaube die natürliche Umgebung eines Kindes hält genügend Reize bereit. Mein großer Sohn liebte es beispielsweise, die unterste Küchenschublade regelmäßig auszuräumen, auf den Töpfen zu trommeln und alles wieder einzuräumen. Das war für ihn der beste Baukasten der Welt, das Entdecken und Ausprobieren von Formen und Strukturen sowie das Spielen mit echten Dingen des Lebens außerhalb des Krabbelgitters.

 

Sie unterstützen mit der Kitajade ein Projekt, bei dem Kindern früh der Spaß an Bewegung vermittelt wird. Warum sind die ersten Jahre hier besonders wichtig?

Ich sehe während meiner jahrelangen Arbeit mit Kindern immer wieder, dass sie sich bewegen wollen. Wir gewöhnen es den Kindern absurderweise ab, weil wir bequem sind und unter Zeitdruck stehen. Später wollen wir sie dann plötzlich wieder zum Joggen erziehen. Wir sollten den Kindern den Bewegungsdrang gar nicht erst abgewöhnen. Das ist nicht nur ein Problem der Eltern, sondern ein generelles Problem der Gesellschaft. Kinder sollten in der Kita jeden Tag eine Stunde Bewegung auf dem Programm haben.

 

Sie sind ja selbst Vater von drei Kindern. Was zeichnet für Sie eine gute Kita aus?

Das werde ich oft gefragt und eigentlich ist es immer die gleiche Antwort. Es ist nicht wichtig, ob die neuesten Spielzeuge vorhanden sind oder die Räumlichkeiten top modern sind. Das wichtigste sind die Erziehenden. Ich habe Kitas erlebt, in denen die Betreuung der Kinder nur ein Job ist. Tolle Kitas sind in der Regel die, bei denen das Kind gefragt wird, was es gern macht und nicht die Eltern im Vordergrund stehen. Wenn einem die Kinder beim Abholen sagen, dass man zu früh dran ist, dann hat man die richtige Kita gefunden.

 

Eine gute Kita braucht also nicht nur talentierte, sondern auch motivierte Fachkräfte?

Ja ganz sicher. Ich finde die Arbeit in der Kindertagesbetreuung generell gesellschaftlich sehr unterbewertet. Im Vergleich zu den Lehrkräften an Schulen bekommen Erzieher nicht ansatzweise einen vergleichbaren Lohn, obwohl sie im Grunde auch Lehrkräfte sind. Dieser Job müsste viel höher entlohnt werden – Faktoren wie die Arbeitsbelastung und die gesamtgesellschaftliche Verantwortung müssten stärker berücksichtigt werden. Erzieherinnen und Erzieher verbringen meist mehr Zeit mit den Kindern als die Eltern. Generationen an tollen Kindern in unserem Land sind somit auch ihr Verdienst.

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